Berlin:
ANGELA DWYER
Maelstrom
10. JANUAR – 22. FEBRUAR 2014

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Angela Dwyer, Maelstrom

Angela Dwyer, 1961 in Neuseeland geboren, studierte in Neuseeland und Australien bildende Kunst. Sie lebt und arbeitet seit 1984 in Berlin. In Deutschland und verschiedenen anderen europäischen Ländern hat Angela Dwyer ihre Arbeiten bisher auf zahlreichen Einzelausstellungen, Gruppenausstellungen und in Kunst­projekten gezeigt. 2013 waren ihre Installationen im Georg Kolbe Museum Berlin in der Ausstellung »Farbe Raum Farbe« zu sehen. 2009/10 war Angela Dwyer Gastprofessorin an der Akademie der Bildenden Künste in München und arbeitet zur Zeit als Dozentin am Institute of Design Berlin.

Heutzutage suggeriert der Gebrauch von Handschrift an sich schon eine Intimität zwischen dem Künstler und dem Betrachter. Wörter in der Kunst eröffnen eine Fülle von intellektuellen oder persönlichen Interpretationen und Assozia­tionen, die jede und jeder auf sie projizieren oder ihr als Sinn entnehmen kann. In den Schriftarbeiten von Angela Dwyer ist die Platzierung von Wörtern genauso wesentlich für Reflektion und Erinnerung wie ihre Bedeutung oder wie Farbe. Und indem Dwyer Wörter aus ihrem ursprünglichen Kontext herauslöst und sie als Bild-Elemente zeigt, werden sie in den Bereich der Zeichnung versetzt. Angela Dwyer spielt nicht nur mit den Ideen, auch mit den Methoden des Cut-and-Paste-Prozesses. Darin vermischt sie beispielsweise Textzeilen von einer Dichterin mit denen von anderen (Herta Müller, Friederike Mayröcker, Hone Tuwhare, Gottfried Benn, Nadja Küchenmeister, Peter Handke, James K. Baxter), wechselt von der ersten in die dritte Person, streicht Texte durch, verschmiert sie und legt verschiedene Sprachen zusammen, weil sie daran glaubt, dass gewisse Dinge nur in der einen oder anderen Sprache gesagt werden können und eine individuelle Handschrift ähnlich einer fremden Zunge sein kann. Ein Moment des Diskurses fin­det zwischen den Wörtern Anderer und der expressiven Handschrift der Künstlerin als Zeichnung statt.

Der originale Maelstrom (von Edgar Allen Poe, Verne and Melville als riesige wirbelnde Bewegung beschrieben) ist der Norwegian Mosks­traumen, eine machtvolle Konjunktion zwischen zwei Gezeitenströmen, der Legende nach ein Mahlen aus Macht, Gier und Zau­berei. In vielen Sprachen ist Maelstrom ein Synonym für das Chaotische, für starke Emotionen und das machtvoll Ver­schlingende, für unsere Ohnmacht gegen höhere Gewalt und Naturereignisse. Die Arbeit von Angela Dwyer, changierend zwi­schen dem Bild als Text und dem Text als Bild hat tiefe private Momente, die in einer sich rapide verändernden Welt wahrgenommen und zelebriert werden wollen.

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Angela Dwyer (1961 New Zealand) studied Fine Arts in New Zealand and Australia and has been living and working in Berlin since 1984. She was Guest Professor at the Munich Academy of Fine Arts 2009/10 and is a Lecturer at the Institute of Design Berlin. She works in various art mediums and has had many solo and group exhibitions in Germany and throughout Europe. In 2013 her Installations were in the „Colour Room Colour“ exhibition at the Georg Kolbe Museum Berlin.

Today, handwriting in itself suggests an intimacy between the artist and the viewer. Words in art are open to the wealth of references, whether intellectual or personal that anyone wants to project upon them. The placement of words in Angela Dwyer’s work is just as relevant as their colour or their meaning. By removing words from their context and presenting them as pictorial elements, they are brought into the realm of drawing. Angela Dwyer plays with ideas and methods of distortion, as she mixes lines from one poet with another, crosses out words, and puts various languages together. A moment of discourse is created between the words of others and the artist’s expressive signature handwriting as drawing.

The original Maelstrom (described by Edgar Allen Poe, Verne and Melville as a huge Vortex) is the Norwegian Moskstraumen, a power­ful conjunction of high amplitude tidal currents with a legend concerning greed, power and magic. But in many languages ‚Maelstrom’ is a synonym for chaos, for the inescapable and the emotional; our powerlessness in the face of the forces of nature or „acts of God“.

Angela Dwyer’s work, in mediating between text as image and image as text, realises and celebrates private moments of our human existence in a rapidly changing world.

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