OSKAR MANIGK

Oskar Manigk

1934 in Berlin geboren
1953–1956 Tischlerlehre
1956–1957 Gaststudent an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
1957–1958 Gaststudent an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Kunsterziehung
1993 Caspar-David-Friedrich-Preis
2005 Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern

lebt und arbeitet in Ückeritz (Usedom) und Berlin

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Ich war noch ziemlich klein, als ich meinem Vater zu seinem Geburtstag den lieben Gott gemalt habe. Auf einem Wolkenthron.
Mit rechts und links einer Kriegsflagge zu seinem Schutz. Oder, noch ein paar Jahre früher, eine von mir sogenannte Lokomotive.
Mit zu vielen Rädern. Ein Monstrum aus Ungeschick und Aufregung.
Einer Aufregung, die nur für wenige Striche reichte. Denn damals
hörte man auf, wenn es anstrengend wurde. Und das Bild war dann fertig.

Davon aber träume ich heute manchmal. Von dieser konzentrierten
Unangestengtheit. Von der Arbeitsersparnis, auf die alles hinsteuert, wie auf einen Schattenplatz im Kaffeegarten. Wo der Eisbecher mit den süßen Früchten der Erkenntnis langsam vor sich hin taut.
Und wir das Schweißtreibende nur noch zur Unterhaltung bräuchten.

Oskar Manigk

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