Berlin:
BieneFeld
Five Seasons
10. September – 31. Oktober 2020

 

BieneFeld

 

1960 geboren in Greifswald
1980 – 1982 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig
1988 – 1995 Studium an der Hochschule der Künste Berlin

lebt und arbeitet in Berlin

 

Five Seasons

 
„Five Seasons“, die aktuelle Werkserie der Malerin BieneFeld, knüpft nahtlos an die zwei vorherigen Werkreihen „Gehen“ und „Werden“ an, ob sie abgeschlossen sind, ist nicht bekannt, denn alle Übergänge sind fließend. Es gibt keine harten Brüche, aber ein ständiges Weitergehen und –treiben ist unübersehbar.
Dies betrifft nicht nur den künstlerischen Ausdruck, auch die Mittel verändern sich. Stand vor Jahren noch die Ölmalerei auf Leinwand im Mittelpunkt, haben in den letzten Jahren die Arbeiten auf Papier eine immer größere Bedeutung im Werk erlangt. Gleichberechtigt stehen beide Medien in den Werkreihen nebeneinander, sie schließen einander nicht aus, sondern sie ergänzen und vervollständigen sich. Mittel der Malerei finden sich in den Papieren wieder und selbstverständlich auch umgekehrt.
Schon immer spürte man den starken Einfluss der Umgebung, der Natur, der Landschaft im Werk der Künstlerin. Und der aktuelle Titel „Five Seasons“ ist ein unübersehbarer Fingerzeig in diese Richtung, aber gleichzeitig auch auf das, was sie künstlerisch antreibt und interessiert.
Der holländische Gartengestalter Piet Oudolf, dessen Werk von Thomas Piper in seinem Film „Five Seasons“ gewürdigt wurde, beschreibt dies vielleicht am besten. In der Grundaussage des Films geht es darum, dass der Jahreskreis, die Natur, nicht in vier Jahreszeiten zu fassen ist. Für Piet Oudolf sind es mindestens fünf – Fall, Winter, Spring, Summer, Fall. Aber letztendlich ist dies auch egal. Alles bedingt und ergänzt einander.
BieneFeld, die seit fünf Jahren einen Garten hinter der Galerie in Born betreibt, erzählte kürzlich: „Durch den Garten habe ich gelernt, den Pflanzen zuzuhören. Sie sagen mir, was sie wollen, ob sie sich wohlfühlen, ob ihnen der Standort gefällt oder auch nicht. Im weitesten Sinne sprechen sie zu mir, wie meine Bilder. Es scheint mir immer, als ob es um ein Strahlen gehe, eine große innere Vollkommenheit.“
Im Frühjahr besuchte ich die beiden holländischen Maler Han Klinkhamer und Marc Mulders in ihren Ateliers. Bei Hans Arbeiten, unübersehbar sein landschaftliches Umfeld, direkt in einem alten Schulhaus an der Maas. Marc Mulders, der in einer großen Reetdachscheune arbeitet, lässt jedes Jahr, rund um den Arbeitsraum, das Land vom benachbarten Bauern umpflügen und verschiedenste Blumenmischungen aussähen. Sehe ich neue Arbeiten von ihnen, bin ich an den Besuch erinnert. Nicht anders ergeht es mir mit der aktuellen Serie von BieneFeld. Man meint den Gang durch den Garten zu spüren, die Zwiesprache mit den Pflanzen, das Aufschließen des Ateliers und die Fortsetzung der Unterhaltung dort – „Five Seasons“.
 
Matthias Fuhrmann, August 2020

 

 

 

 
BieneFeld – Five Seasons – Katalog  

BieneFeld

Five Seasons, 2020
20,– € ► bestellen
20,5 x 26 cm, 48 Seiten
© 2020 Galerie Born

 

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