Berlin:
DANIEL SCHLIER
Köpfe, Fratzen, Faxen
28. September – 13. November 2021
Di – Sa, 11 – 18 Uhr

 

 

 

 

 

Daniel Schlier

 

1960 geboren im Elsass, Frankreich
  Professur an der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts, Paris

lebt und arbeitet in Straßburg und Paris, Frankreich

 

Daniel Schlier im Gespräch mit dem Maler Michael Anders

 

Michael Anders: Trotz des Eklektizismus deiner Malerei – ob Hinterglasmalerei, Bilder auf Marmor, auf Leinwand – es zieht sich doch ein roter Faden durch Dein Schaffen. Regelmäßig tauchen Köpfe oder Fratzen auf. Eigentlich ähneln sie, flüchtig betrachtet, eher an Zerrbilder, nicht im Sinne einer Karikatur, sondern richtig verzerrte Bilder, deformierte, verbogene Köpfe. Als sei die Menschheit monströs. Du malst da ein Abbild der Menschen, das haarsträubend wirkt, aber diese Perspektive hat natürlich eine gewisse Tradition in der Malerei, ob volkstümliche Masken auf der ganzen Welt, zahlreiche Plastiken der Antike, oder Karneval und Fasnacht im deutschen Raum, Portraits von Rembrandt bis Picasso, Nolde, Klee und vielen anderen. Ich könnte viele andere Assoziationen aufrufen, möchte Dich jedoch bitten, diesen roten Faden Deines Schaffens näher zu beschreiben: Handelt es sich um Portraits oder Typen? Hast Du eine Vorstellung, ein Ziel vor Augen, wenn Du zu Malen beginnst? Oder baut sich das Bild auf, wie eine Mauer, Stein um Stein? Ein Mysterium… Wobei, was mich auch daran anspricht, ist, dass es sich im Grunde nicht um abstrakte Figuren handelt, immer wieder erkennt man ein Auge, ein Mund, ziemlich genau gemalt, und auch wenn man die Modelle nicht persönlich kennt, spürt man ja wohl dass es sich um „ein Gegenüber“ handelt.
Die Arbeiten haben nur wenig mit beispielsweise Francis Bacon, kinematographisch, oder Picasso, architektonisch, kubistisch, gemein. Ich habe das Gefühl deine Köpfe konfrontieren sich mit ihrer eigene Materie, du malst eine Haut, eine mit Farben gemalte Haut, keinen Realismus. Wie ein Organismus, der die Fähigkeit besitzt, sich selbst zu erzeugen. Könntest Du uns über Deine Arbeitsweise aufklären?
 
Daniel Schlier: Gern, das ist eine ziemlich lange und gehaltvolle Frage… (lachend) und der Vergleich, den Du wagst, ist anspruchsvoll, aber… comparaison n’est pas raison heißt es im Französischen (Ein Vergleich ist keine Erklärung)! Man kann ja über die formalen Quellen der Künstler endlos debattieren – ob Autobiografie, Kultur – gekonnt, oder gelernt. Mich interessiert vielmehr die Wirkung der Bilder, wie sie im Geiste des Betrachters agieren. Wie die Bilder gemacht werden, wie sie entstehen, aus welcher Quelle sie entspringen, ist natürlich von großer Bedeutung, bleibt aber Zusatzinformation. Auf welche Art Bilder wirken können, das finde ich überwaltigend. Und das ist doch der essentielle Gegenstand der Arbeiten. Seeleute haben sich Jahrhunderte des Kompasses bedient, möglicher Weise ohne sachlich, wissenschaftlich, erklären zu können, wie er funktioniert. Doch es lief…
Ich habe den Eindruck in der selbe Lage zu sein. Ich male Bilder von denen ich glaube, dass sie so sein müssen – wie sie entstehen, ist eine Frage für sich.. Das Malen ist für mich eine Übung der Freiheit.

 

DANIEL SCHLIER – Köpfe, Fratzen, Faxen – Katalog  

DANIEL SCHLIER

Köpfe, Fratzen, Faxen, 2021
10,– € ► bestellen
22 x 29,7 cm, 24 Seiten
© 2021 Galerie Born
PDF-Download: DANIEL SCHLIER – Köpfe, Fratzen, Faxen

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