Berlin:
HAN KLINKHAMER
Hidden traces
10. Juni – 31. Juli 2016

 

Han Klinkhamer

 

1950 geboren in Oss, Niederlande
  Studium an der Folkwangschule, Essen
Kunstakademie Warschau, Polen (Stipendium)

lebt und arbeitet in Demen, Niederlande

 

Hidden Traces

 
Die Arbeiten auf Leinwand und auch die auf Papier zeigten bruchstückhafte Impressionen von Sträuchern, Pflanzen und Gräsern. Einige gruppierten sich um kraftvolle Grundformen, meist jedoch verschmolzen die Strukturen in wilden Farbtupfern oder kreuz und quer gezeichneten Linien und Blattmustern. Die meisten der Arbeiten auf Papier bestanden aus mehreren Farbschichten. Einige waren zunächst vollständig mit schwarzer Farbe bemalt worden und der Künstler hatte anschließend mit einem scharfen Messer in das dicke Papier geritzt und geschnitten, sodass weiße Formen zum Vorschein kamen. Beim Schnitt in das Papier entstanden dabei mitunter tiefe Löcher, die Klinkhamer anschließend mit weiteren auf die Rückseite geklebten Papierbögen abdeckte. Auf diese Weise entstanden die mehrschichtigen Papierarbeiten mit ihren schwarzen und weißen Formstrukturen – temperamentvolle, fast schon schwirrende dreidimensionale Mosaike. Diese Vielschichtigkeit bringt ständig neue Bildfragmente zum Vorschein und stellt die Fokussierung permanent auf die Probe. Die Erkundung dieser Gemälde wird so zu einem interaktiven Abenteuer.
 
Die gleiche Technik wandte Klinkhamer bei seinen großen Gemälden an: Er trug das Material auf, kratzte es wieder ab, füllte die entstandenen Spalten auf und übermalte das Ganze. Aus der Nähe wirkte die Leinwand wie mit endlosen Farbklecksen bedeckt, scheinbar nach dem Zufallsprinzip verteilt und zu einer dickenFarbkruste geronnen. Aus der Entfernung aber schienen sich die Pflanzengebilde allmählich zu entwirren. Und als das diffuse Tageslicht über die vernarbten Farbschichten strich, hatte ich den Eindruck, als werde die dargestellte Natur sogar zum Leben erweckt. Während ich in Betrachtung versunken dastand, schienen sich die dicken Farbschichten nach und nach zu lösen, und schließlich sah ich im dichten Gebüsch nicht mehr als ein Spiel aus Licht und Schatten.
 
Han Steenbruggen, Museum Belvédere, Niederlande

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