ILJA HEINIG

 

Ilja Heinig

 
1950 in Leipzig geboren
Studium an der HdK Berlin, Meisterschüler bei Prof. Klaus Fußmann
 
lebt und arbeitet in Berlin und Wehningen/Elbe

 

… Mit musikalem Termini lässt sich diese Malerei ebenfalls beschreiben. Dort zeigt sich ein Pianissimo, hier ertönt ein vielstimmiger Chor und es klingt aus in einem Tutti des Orchesters. Es erscheint seltsam, mit diesen Worten die Gemälde von Ilja Heinig zu beschreiben. Aber gegenüber dem Werk von Ilja Heinig tritt die Sprache in den Hintergrund. Wir sind es mittlerweile gewohnt, dass über Kunst gesprochen wird. Aber dieses Reden hat Inflationär zugenommen. Das Reden und Schreiben über Kunst ersetzt die Kunst selber.
 
Ilja Heinig hat ein Mittel dagegen gefunden. Es ist ein tiefgründiges Vertrauen in die eigene Kunst und Kunstfertigkeit. Für den Betrachter wird das in der Kontinuität des Werkes sichtbar, das sich stringend entwickelt hat. Wo Experten mit Experten über Kunst für Experten sprechen, setzt Ilja Heinig auf den künstlerischen Akt, der sich selbst behauptet. Er formuliert damit auch wieder eine Art Widerstand, der auf die Beziehung zwischen Mensch, Material und Farbe setzt. Wo andere Künstler dem digitalen Wandel ihren Tribut zollen, setzt er auf eine Materialität, die sich gegen die Furie des Verschwindens zur Wehr setzt. Hier kann es keine Assimilation unserer alltäglichen Wahrnehmung an die Rezeption von Kunst geben. Eher ließe sich davon reden, dass diese Malerei hier zu einer Assimilation an unsere alltägliche Wahrnehmung aufruft. So ist das Werk von Ilja Heinig in doppelter Weise eine dissidente Malerei. Denn kein Fortschritt ist so gut, dass er den Widerstand, den er hervorruft, nicht verdient.
 
Thomas Wulffen, 2006

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