Berlin:
RUPPRECHT MATTHIES
Ginkgo Palace
8. September – 28. Oktober 2017

 

Rupprecht Matthies

 

1959 geboren in Hamburg
1980 – 1986 Studium an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Gustav Kluge

lebt und arbeitet in Hamburg und Berlin

 

Der eine Künstler findet und der andere sucht, Rupprecht Matthies kann es gleichzeitig.
 
Er stöbert in historischen Handschriften: Kirchner, und Scherenschnitten: Runge, umher, er zerlegt sie und fügt wieder zusammen. Er macht aus Papierscherenschnitten Edelstahlskulpturen, und aus Ölbildern: Kirchner, Mobiles. Er spürt hinter Stilen anderer Kollegen her: Romantik, Klassik und oder Expressionismus nur um sich sie ein zu verlaiben und um dann damit im Heute am Ende der künstlerischen Nahrungskette zu stehen. Rupprecht Matthies aktualisiert diese ältere Positionen aus der Haltung heraus, das es den Kollegen eben auch nur um das ewig Menschliche, den künstlerischen Antrieb gegangen ist und liefert eine aktuelle Überset- zung dessen, nicht ohne sich selbst als Medium diesen zur Verfügung gestellt zu haben.
Die nostalgische Brücke zur Handschrift verankert er in der Gegenwart. Heute schreibt ja kaum noch jemand mit der Hand. Er kom- biniert Handschriften mit der Modernität von Acrylglas. Rupprecht Matthies interessiert der unbewusste Moment des Schreibens, die kreative Gestaltung im Automatismus der Handschrift, das Lautere im Selbstgeschriebenen und die Schönheit in der Kalligraphie des Alltags. Er bittet Freunde, Bekannte, allgemein Menschen denen er begegnet ihm etwas aufzuschreiben, ein Wort einen Gedanken. Er erhält das Persönliche, den Charakter und gestaltet die Schriften dann weiter. Hieraus entstehen Objekte, künst- lerische Pfeile die sich direkt ins Zentrum der Wahrnehmung bewegen.
Sein Mittel ist das Stück Schrift, ein in sich Stück gewordener Gedanke. Das Wort bei Rupprecht Matthies entspricht dem Raster, dem Rakel, dem Nagel, dem Filz, dem Drehen, dem Tropfen anderer Künstler. Er formt es und benennt mit diesem Mittel seine ganz eigene Welt. Die Grundaufgabe eines Künstlers ist einen eigenen Stil zu finden in dem er sich frei und aufrichtig ausdrücken kann, dies schafft Rupprecht Matthies virtuos und mühelos und entführt den Besucher in eine Glasperlenspiel, eine Menagerie der Phantasie und des Humors.

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