Berlin:
STRAWALDE
punktum
28. April – 11. Juni 2022
Di – Sa, 11 – 18 Uhr

 

 

 

 

 

Strawalde

 

1931 geboren in Frankenberg, Sachsen
1949 – 1953 Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste, Dresden
1955 – 1960 Studium an der Filmhochschule Babelsberg, Fach Regie

lebt und arbeitet in Berlin

 

punktum

 
Was macht ein über 90-jähriger Künstler wie Strawalde? Er malt, er arbeitet. Als im letzten Jahr sich alle Termine überschlugen, anlässlich seines neunzigsten Geburtstages, hatten wir beide ganz bewusst auf eine Ausstellung in der Galerie Born verzichtet. Gemeinsam mit der Kunsthalle in Rostock gab es eine „Gratulationsausstellung“ im Schaulager des Museums, die Retrospektive steht noch aus, die soll dann nach der Renovierung des Haupttraktes erfolgen. Verabredet hatten wir uns damals zu einer Einzelausstellung im Frühjahr 2022 zum Gallery Weekend in Berlin, 2023 soll dann die Ausstellung, in veränderter Form natürlich, weiter nach Born an die Ostsee wandern. Und dann, vor einer knappen Woche, wir hatten uns in seiner Atelierwohnung verabredet, traf ich einen äußerst aufgeräumten und gut vorbereiteten Künstler vor. Den Ehrgeiz immer in Galerien aktuelle Arbeiten zu zeigen, kannte ich. Was aber neu war, Strawalde, so schien es mir, sah die Ausstellung schon vor seinem geistigen Auge. Ein gerade fertiggewordenes Weißbild, „unbedingt Tageslicht von links“ sollte an der großen Galeriewand gezeigt werden. Dazu eine Auswahl neuer und neuester Papierarbeiten, eine Art Wandinstallation war beabsichtigt. Drei kleinere, neue Leinwände wurden zur Auswahl hinzugefügt und dann wurde ich wirklich überrascht. Strawalde forderte mich auf, in einem Nachbarraum einen ganzen Stapel mittelgroßer, älterer Arbeiten mit ihm durchzusehen. Erstens wollte er selber mal wieder einen Blick auf die Leinwände werfen, zweitens und das merkte ich schnell, wurde eine Malerei gesucht. Und die fand sich dann auch. Für Strawalde ein Malblech, eine übermalte Offsetdruckplatte im Format 157 x 122 cm, aus dem Jahr 1997, nicht unbedingt brandaktuell, merkte ich an, aber hervorragend für die Ausstellung. Strawalde meinte, das das „Malblech“ erst einmal in einer Ausstellung in Paris gezeigt wurde, na dann wird es ja Zeit für eine weitere Präsentation, diesmal in Berlin. Bei der Durchsicht der vorausgewählten Papiere kam die Frage nach einem Titel für die Ausstellung auf. Ich hielt gerade eine Arbeit in der Hand, die mir sehr zusagte, drehte sie herum, denn der Meister liefert immer eine ausladend signierte Rückseite mit Titel etc. mit. „Punktum“ der Name dieses Blattes und nachdem ich diesen gelesen hatte, bemerkte ich, dass die Überschrift für die Ausstellung gefunden war: Punktum.

Matthias Fuhrmann, April 2022

 

Strawalde - punktum PDF Katalog
 

STRAWALDE

punktum, 2022
10,- € ► bestellen
21 x 29,7 cm, 28 Seiten
© 2022 Galerie Born
PDF-Download: Strawalde - punktum

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